Andreas führt seit elf Jahren ein Maklerbüro mit drei Mitarbeitern. Neunhundert Euro gehen jeden Monat raus: Portal-Gebühren, ein Stapel Flyer für die Nachbarschaft, ab und zu eine Anzeige im Wochenblatt. Im letzten Quartal kamen drei Anfragen rein. Zwei davon waren Käufer ohne Budget, eine ein Eigentümer, der nur den Preis wissen wollte. Kein einziges Mandat.
Das Problem ist nicht das Budget. Das Problem ist, dass niemand vorher gerechnet hat. Werbung für Immobilienmakler ist einer der teuersten Bereiche im gesamten Online-Marketing, und wer ohne Zahlen startet, merkt erst nach sechs Monaten, dass der Kanal nie funktionieren konnte. Hier stehen die echten Kosten, Kanal für Kanal.
🧭 Was Immobilienmakler-Werbung heute kostet
Fang mit der unangenehmsten Zahl an: Ein einziger Klick auf eine Google-Anzeige kostet dich im Maklerbereich zwischen 11 und 28 Euro, bei stark umkämpften Begriffen auch mal über 30 Euro. Nicht pro Anfrage. Pro Klick. Also pro Person, die auf deine Anzeige tippt und danach vielleicht sofort wieder wegklickt.
Warum so teuer? Weil eine einzige Vermittlung dir mehrere Tausend Euro Provision bringt. Das wissen deine Wettbewerber auch, und jeder bietet entsprechend hoch mit. In der Immobilienwerbung konkurrierst du nicht mit dem Handwerker um die Ecke, sondern mit Franchise-Ketten und Portalen, die pro Region fünfstellige Budgets fahren.
Diese Zahl ist aber kein Ausschlusskriterium. Sie zwingt dich nur dazu, jede Anzeige auf die eine Zielgruppe auszurichten, die tatsächlich Geld bringt. Und genau da geht bei den meisten Maklern das Budget verloren.
🎯 Eigentümer oder Käufer: Wen bewirbst du überhaupt?
Das ist die Weichenstellung vor jedem Euro Werbebudget. Es gibt zwei völlig verschiedene Zielgruppen, und nur eine davon finanziert dein Geschäft.
Eigentümer wollen wissen, was ihre Immobilie wert ist, ob jetzt ein guter Zeitpunkt zum Verkaufen ist und wem sie das anvertrauen können. Ein Eigentümer, der dir ein Mandat gibt, ist der Anfang jeder Provision.
Käufer und Mieter suchen Objekte. Sie kosten dich im Anzeigensystem genauso viel pro Klick, bringen aber nichts, solange du kein passendes Objekt im Bestand hast. Und wenn du eines hast, findet der Interessent deine Immobilienangebote ohnehin über die Portale.
Wer beide Gruppen gleichzeitig ansprechen will, erreicht am Ende keine von beiden richtig. Wenn du dagegen gezielt potenzielle Verkäufer ansprichst, sinken die Kosten pro Anfrage oft um die Hälfte, ohne dass du einen Cent mehr ausgibst.
🚀 Google Ads für Makler: die Rechnung

Jetzt wird es konkret. Google Ads ist der direkteste Kanal, weil du Leute erreichst, die aktiv nach einer Bewertung oder einem Makler suchen. Die Suchintention ist da, du musst sie nur abholen. Wenn du die Grundlagen noch nicht kennst, lies vorher kurz nach, wie Google Ads überhaupt funktionieren.
So sieht die Kette aus, wenn du mit 1.000 Euro im Monat startest:
- 1.000 Euro Budget bei rund 25 Euro pro Klick ergibt 40 Klicks
- Bei einer guten Landingpage melden sich 10 Prozent davon, also 4 Eigentümer-Anfragen
- Das sind 250 Euro pro Anfrage
- Wird jede vierte Anfrage zum Mandat, kostet dich ein Mandat 1.000 Euro
Und wo kippt sie? Wenn die Seite, die du für die Kampagne erstellen lässt, statt 10 Prozent nur 2 Prozent der Besucher in eine Anfrage verwandelt. Dann wird aus 250 Euro pro Anfrage schnell das Fünffache, und du brauchst mehrere Monate Vorlauf, bis das erste Mandat den Einsatz deckt. Die Anzeige ist selten das Problem. Die Seite dahinter ist es.
Plane deshalb mindestens drei Monate ein, bevor du über Erfolg oder Misserfolg urteilst. Immobilienentscheidungen brauchen Zeit, und ein Eigentümer, der heute den Wert abfragt, verkauft oft erst im nächsten Halbjahr. Die typischen Google-Ads-Fehler kosten dabei mehr Geld als ein zu kleines Budget.
📱 Meta Ads: der günstigere Einstieg

Auf Facebook und Instagram kostet dich ein Klick einen Bruchteil davon. Die Leadkosten liegen oft im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich. Klingt erst mal wie die bessere Wahl, hat aber einen Haken.
Bei Google sucht jemand aktiv. Bei Meta unterbrichst du jemanden beim Scrollen. Die Anfragen sind kälter, und ein Teil davon wollte nur aus Neugier wissen, was das Haus der Eltern wert ist. Du brauchst also mehr Anfragen für dasselbe Mandat, zahlst pro Anfrage aber deutlich weniger.
Der Klassiker, der funktioniert: eine kostenlose Online-Wertermittlung als Einstieg. Der Eigentümer gibt Adresse und Eckdaten ein, bekommt eine erste Spanne, du bekommst den Kontakt. Wer den Unterschied zwischen beiden Plattformen genauer verstehen will, findet ihn im direkten Vergleich von Google Ads und Meta Ads.
📬 Klassische Werbung: wann Print noch trägt

Klassische Werbung ist bei Maklern nicht tot, sie wird nur falsch eingesetzt. Der Unterschied liegt zwischen Streuung und Anlass.
Was selten trägt: 5.000 Flyer wahllos in Briefkästen, die Imageanzeige im Wochenblatt, der Werbeartikel mit Logo. Diese Werbemittel erzeugen im besten Fall Wiedererkennung, aber keine messbare Anfrage. Und du kannst nie sagen, welcher Euro etwas bewirkt hat.
Was trägt: Werbung mit lokalem Anlass und engem Radius.
- Das Verkaufsschild am eigenen Objekt, weil es genau die Nachbarn erreicht, die über einen Verkauf nachdenken
- Ein Anschreiben an die Straßen rund um eine Immobilie, die du gerade erfolgreich vermittelt hast, mit konkretem Ergebnis statt Werbefloskel
- Der Tag der offenen Tür, der Interessenten und Nachbarn gleichzeitig ins Objekt holt
- Die Visitenkarte, die nach einem Beratungsgespräch hängen bleibt
Die Logik dahinter: Wer sieht, dass in seiner Straße gerade verkauft wurde, fragt sich automatisch nach dem eigenen Wert. Das ist der einzige Print-Kanal, der zuverlässig Eigentümer-Anfragen produziert.
Rechne hier mit 200 bis 500 Euro pro Aktion und miss das Ergebnis über eine eigene Rufnummer oder eine separate Landingpage. Ohne Messpunkt bleibt Print Bauchgefühl.
🌐 Portale und die eigene Website
Immobilienportale wie ImmoScout oder Immowelt sind für die Objektvermarktung praktisch Pflicht, dort suchen die Käufer. Für die Eigentümer-Akquise sind sie schwach, weil du dort zwischen hunderten Mitbewerbern stehst und die Sichtbarkeit einkaufst statt aufbaust.
Das eigentliche Risiko ist die Abhängigkeit. Wenn du ausschließlich auf Portalen werben lässt, zahlst du für Reichweite, die dir nicht gehört. Steigen die Portalgebühren, steigen deine Fixkosten, und du hast keinen Hebel. Deshalb gehört neben die Portale eine eigene Sichtbarkeit, die dir gehört: eine Website, die Eigentümerfragen beantwortet, Ortsseiten für deine Region und sichtbare Verkaufsergebnisse. Welche Inhalte eine Makler-Website wirklich braucht, haben wir separat aufgeschrieben.
Diese Seiten sind auch der Grund, warum bezahlte Werbung bei manchen Maklern funktioniert und bei anderen nicht. Die Anzeige bringt den Besucher. Ob daraus eine Anfrage wird, entscheidet die Seite.
⚠️ Was du rechtlich beachten musst
Bei der Akquise endet der Spielraum schneller, als viele denken. Die wichtigsten Grenzen in Kurzform:
Der sichere Weg führt über Werbung, bei der sich der Eigentümer selbst meldet. Genau das leisten Wertermittlung, Suchanzeigen und Bewertungen: Der Kontakt kommt von ihm, damit ist die Einwilligung sauber dokumentiert. Tiefer steigen wir in der Immobilien-Akquise ein.
✅ Fazit: erst rechnen, dann schalten
Die Kanäle sind nicht das Problem. Die fehlende Rechnung ist es. Andreas hätte nach dem ersten Quartal sehen können, dass seine 900 Euro fast vollständig in Sichtbarkeit ohne Anfrage-Mechanik geflossen sind.
Für die meisten Maklerbüros sieht die sinnvolle Reihenfolge so aus: erst die eigene Website auf Eigentümerfragen ausrichten, dann Meta Ads mit Wertermittlung als Einstieg, und sobald das läuft, Google Ads für die Leute, die aktiv suchen. Print kommt als Verstärker dazu, wenn es einen konkreten lokalen Anlass gibt. Wie das als Gesamtpaket aussieht, zeigen wir auf unserer Seite zur Werbung für Immobilienmakler.
Du willst wissen, welcher Kanal für dein Büro rechnerisch aufgeht, bevor du Budget einsetzt? Buch dir eine kostenlose Marketing-Analyse. Wir schauen uns deine Zahlen an und sagen dir, wo bei dir der größte Hebel liegt.